Vom diagnostischen Interview zur individuellen Förderung im Mathematikunterricht

MathematikWM_07
Michael Katzenbach, Christa Schmidt, Michael Vonderbank (MUED e.V.)Vom diagnostischen Interview zur individuellen Förderung im Mathematikunterricht

Zählt Sven noch oder multipliziert er schon? Nutzt Özlem Rechenstrategien oder wendet sie schriftliche Verfahren im Kopf an? Und wenn alle stets das richtige Ergebnis haben – sind diese Informationen wichtig? Ja, denn nur wer erkennt, wie Kinder und Jugendliche denken und was sie verstanden haben, kann passende Lernangebote bereitstellen.

Individuelle Lernstände im laufenden Unterricht festzustellen und Lernangebote darauf abzustimmen, ist eine große Herausforderung. In Neuseeland wurde zur Unterstützung der Lehrkräfte ein Lernentwicklungsmodell zur Arithmetik (Erwerb des Zahlbegriffs bis zur Prozentrechnung) und darauf aufbauend ein Diagnostisches Interview ausgearbeitet. Dieses wird in übersetzter Fassung seit einigen Jahren auch an deutschen Schulen und in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung erfolgreich eingesetzt. Die Heterogenität im Denken der Kinder und Jugendlichen und deren individuelle Stärken werden nicht nur in Klassen mit großer kultureller oder sozialen Vielfalt bei der Durchführung erkennbar.
Siehe auch: https://www.mathematik-lehren.de/blog/methoden-aufgaben-werkzeuge/post/basiswissen-und-strategien-erfragen/

Nach einer Einführung in das Lernentwicklungsmodell möchten wir im Workshop Gelegenheit zur Analyse von Interviewausschnitten (u. a. aus einer Berliner Willkommensklasse), zur Diskussion über jeweils weitere Lernangebote und zum Kennenlernen typischer Formen der Unterrichtsgestaltung in Neuseeland geben. Ein Austausch über Erfahrungen zur individuellen Förderung und über Chancen in der Nutzung der vorgestellten Elemente soll den Workshop abschließen.